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Mandred Oswald.
Ein Pionier für Erinnerungskultur

 

Oberst i.R. OSWALD Manfred wurde am 01.10.1940 in Graz geboren, seine Kindheit und Schulausbildung erlebte er in Leibnitz, wo sein Vater Rudolf Oswald als Filialleiter einer Lebensmittelfirma arbeitete. Nach dem Tod des Vaters 1950 folgte von 1954-1957 eine kaufmännische Lehre und die Tätigkeit als Handelsangestellter in Arnfels.

Freiwillige Meldung zum Dienst im österreichischen Bundesheer, ab 11.3.1958 Soldat in der Kaserne Wetzelsdorf in Graz. Reifeprüfung am 6.3.1963 mit Hilfe des 2. Bildungsweges, danach Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie Wiener Neustadt.

1966 Ausmusterung als Fernmeldeoffizier und Dienst in der Garnison Langenlebarn als Ausbildungsoffizier. Ab 1968 KpKdt einer FernmeldeKp in Graz, 1981 Fernmeldeoffizier im Militärkommando Steiermark, seit Mai 2001 im Ruhestand. Mitglied der österreichischen Liga für Menschenrechte seit 1974 sowie Referent für geistige Landesverteidigung im "Vorstand der Österreichischen Liga für Menschenrechte in Wien.

Oswald bemüht sich seit über 35 Jahren ein Bewusstsein für den Menschenrechtsgedanken im Österreichischen Bundesheer zu schaffen.

Seine zahlreichen Anregungen im BMfLV führten dazu, dass der „Tag der Menschenrechte" im ÖBH eine Würdigung im Rahmen des Staats- und Wehrpolitischen Bildung findet. (BMfLV u. Sport Gzs 94064/26-ÖA/2009 v. 19.11.2009)

Die Neuauflage der Broschüre „Schutz der Menschenrechte durch Friedenssicherung" im Jahre 2008 durch das BMfLV ist ein Verdient von Oberst Oswald.

Aufgrund seines Bemühens wurde zum Tag der Menschenrechte 1980 eine Gedenktafel für NS-Opfer auf dem ÖBH Schießplatz Feliferhof angebracht. Das Erinnerungszeichen wurde von der Österreichischen Liga für Menschenrechte finanziert und im Beisein des damaligen Verteidigungsminister Otto Rösch in die Obhut des ÖBH übergeben.

Oswalds Credo: „Gedenkstätten sind Orte des Lernens" führte dazu, dass erstmals in der 2. Republik in Graz ein Opfergedenken für die im 1. Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten vom Militärkommando Steiermark durchgeführt wurde.

Aufgrund einer persönlichen Vorsprache am 17. September 2007 bei Bundesminister Mag. Norbert Darabos erreichte Oswald die Gedenktafelenthüllung für den im KZ Auschwitz ermordeten ehemaligen Bundesheeroffizier Feldmarschallleutnant Johann Friedländer (1882-1945) am 15.10.2008 in Wien.

Aufgrund einer Anregung von Oswald wurde in Graz ifn Auftrag des BMfLV Untersuchungen zur Geschichte des Zivilinternierungslager Graz Thalerhof (1914-1917) und zur Geschichte der SS-Kaseme Wetzelsdorf (1939-1945), heute Belgierkaserne und Sitz des Streitkräftefuhrungskornmado des ÖBH durchgeführt.

Zum „Tag der Menschenrechte 2005" wurde beim Eingang der Belgierkaserne ein Gedenkstein für die NS-Opfer der SS-Kaserne Wetzelsdorf enthüllt.

Es ist ein Verdienst von Oswald, dass alternierend jedes Jahr beim Gedenkstein vor der Belgierkaserne, am Schießplatz Feliferhof und beim Karner am Friedhof von Feldkirchen alljährlich zum „Tag der Menschenrechte" eine Gedenkveranstaltung durch das Militärkommando Steiermark durchgeführt wird.

Oswald bemühte sich seit 1994 um eine zeitgemäße Würdigung des ehemaligen Kommandanten des Militärflugplatz Graz-Thalerhof im 1. ÖBH - Obstlt. Josef Ritter von Gadolla (1897-1945). Gadolla übergab zu Kriegsende die Stadt Gotha kampflos an die US-Streitkräfte und rettete dadurch im April 1945 tausenden Menschen das Leben, sowie die Stadt Gotha vor der Zerstörung. Oswald setzte durch, dass ab April 2000 in Graz ein Straßennahme an Gadolla erinnert, auf Initiative von Oswald wurde am 5.4.2002 am Fliegerhorst Nittner des Österreichischen Bundesheer ein Gedenkstein für Gadolla enthüllt.

Die Enttarnung der neuen Identität des ehemaligen NS-Gauleiters der Steiermark Dr. Siegfried Uiberreither welcher als Friedrich Schönharting nach Kriegsende bis zu seinem Tode im Dezember 1984 in Sindelfingen (Deutschland) lebte, ist ein Verdienst von Oberst Oswald.

Die Aufdeckung des 2. Lebens des steirischen Gauleiters führte dazu, dass zum „Tag der Menschenrechte" am 9. Dezember 2008 in Graz, im Burgtorbogen eine Kunstinstallation von Jochen Gerz angebracht wurde. Der NS-Gauleiter „spricht" Passanten mahnend an, Fragen nach Mitverantwortung und Zivilcourage werden gestellt.

Das zeitgeschichtliche Kunstprojekt des Landes Steiermark: „63 Jahre danach" wurde aufgrund einer Anregung von Oswald vom Land Steiermark umgesetzt. 2009 bis 2010 geben 20 Objekte in 9 Orten der Steiermark als „Zeichen der Erinnerung" Anlass zum denken, es erinnert an politische und ziviles Handeln in der Zeit des Nationalsozialismus. Zentrales Element ist die Kritik an Kollaboration, mangelnder Zivilcourage und bewusstes Nichterkennen des heutigen Faschismus.

Ein Gedenken an die zahlreichen Opfer von Militärgewalt in der Steiermark und eine neue Form von Erinnerungskultur im ÖBH waren Oswald stets ein Anliegen. Seine langjährige Tätigkeit in der Bewusstseinsarbeit im Bereich des ÖBH aber auch in Grazer Mittelschulen, wo Oswald als Informationsoffizier des ÖBH Vorträge hielt, war ein wichtiger Beitrag zum Engagement der Stadt Graz als „Stadt der Menschenrechte".

Für sein Lebenswerk als Aufklärer, Mahner und Volksbildner erhielt Oswald am 28. Jänner 2010 den Menschenrechtspreis des Landes Steiermark, aufgrund der jahrzehntelangen Aufarbeitung der jüngeren Geschichte Österreichs, welche von einer systematischen Missachtung der Menschenrechte gekennzeichnet war.


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